Beispiel für einen 81 Jahre alten Mann, mit negativen Resultat:

Am 08.Mai 20XX führte ich, Thomas Vielhuber mit Herrn H. eine Beobachtungsfahrt durch. Zu Beginn der Fahrt wies ich Herrn H. in das Fahrzeug ein. Er machte sich mit den Bedienungselementen vertraut und stellte sich Sitz und Spiegel ein.

Wir fuhren durch das Gewerbegebiet Unterschleißheim Richtung Landshuterstraße und von dort weiter auf die Bundesstraße 13 Richtung München. Bereits zu beginn der Fahrt musste ich wiederholt eingreifen, da Herr H. im Begriff war, gegen den Bordstein zu fahren. An der Einmündung zur Landshuterstraße wollte er trotz negativer Vorfahrt und sich annähernden Fahrzeugen in die Straße einbiegen. Dies wurde durch einen Eingriff verhindert. Nach kurzem Hinweis auf die Vorfahrtslage fuhr Herr H. bei einer ausreichenden Lücke ein. Anschließend bogen wir rechts auf die B13 mit grüner Rechtsabbiegeampel ab, die Herr H. sah, trotzdem sehr langsam fuhr und dabei den Verkehr von links kontrollierte.

Auf der zweispurigen Bundesstraße fuhren wir mehrmals vom rechtem Fahrstreifen in den linken, dabei kam es zweimal beinahe zu Zusammenstößen mit schnelleren Fahrzeugen auf der linken Spur. Auch hier war ein Eingriff meinerseits erforderlich. Bei Fahrstreifenwechsel wurde der rückwärtige Verkehr zwar „beobachtet“, meiner Einschätzung nach aber nicht erkannt. Hinweis hierfür lieferte mir das sehr langsame Wechseln des Fahrstreifens durch Herrn H.

Beim links Abbiegen nach Hochbrück, reagierte Herr H. mit erheblicher Verzögerung (ca. drei Sekunden) auf die rote Abbiegeampel, wir kamen im Kreuzungsbereich ohne meinen Eingriff zum Stehen. Auf die Freigabe der Kreuzung durch Hupen der hinter uns befindlichen Fahrzeuge und meinen Hinweis, dass wir nun ungehindert unser Abbiegen durchführen könnten, reagierte Herr H. nicht! Ich musste das Fahrzeug selber aus der Kreuzung fahren! Hier war Herr H. mit der Situation sichtlich überfordert. Die Fahrt durch Hochbrück erforderte wegen abkommen von der Fahrbahn, bzw. fahren im Gegenverkehr ein mehrmaliges Eingreifen.

Wir fuhren weiter auf die BAB Richtung Nürnberg. Das Einfahren in die BAB erfolgte nach bekanntem Muster, langsam wechseln, wenn keiner hupt oder kein Eingriff durch mich erfolgt, weiterfahren. Wir näherten uns einem LKW, Herr H. fuhr mit 110 km/h auf diesen zu. Nach einer starken Bremsung bei der wir uns dem LKW bis auf zwei bis drei Meter näherten, wechselten wir den Fahrstreifen ohne Verkehrsbeobachtung. Da sich dort ein Fahrzeug befand musste ich erneut eingreifen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Dieses auf ein Hindernis zu dicht auffahren wiederholte sich noch zweimal bei Geschwindigkeiten um die 150 km/h. Auch die Fahrstreifenwechsel wurden weiterhin nach Gefühl durchgeführt.

Bei der Ausfahrt Eching verließen wir die BAB. Auch hier fuhren wir wieder übertrieben zögerlich an der grünen Ampel an und beobachteten den wartepflichtigen Verkehr. Wir fuhren dann im Ortsgebiet mit bis zu 80 km/h, statt der erlaubten 50 km/h!

Auf dem Weg von Eching nach Unterschleißheim/ Kreuzhof fuhren wir hinter einem anderen PKW mit ca. 80 km/h und einem „Sicherheitsabstand“ von stellenweise nur acht Metern und teilweise bis zu einem Meter in der Gegenspur, trotz entgegenkommender Fahrzeuge.

Bei Oberschleißheim/ Lustheim wollte Herr H. mittig über eine Verkehrsinsel fahren. Das Fahrzeug leitete durch das Assistenzsystem eine Notbremsung ein, welches durch Warnsignale im Fahrzeug begleitet wurde. Herr H. fragte mich, was nun los sei. Ich fragte ihn ob er den eine Ahnung hätte warum wir plötzlich stehen? Herr H. verneinte. Ich fuhr das Fahrzeug zur Seite und erklärte Herrn H. die Situation. Ich fragte ihn ob er einverstanden sei, einen Sehtest zu machen. Herr H. erklärte sich einverstanden.

Beispiel für eine 89 Jahre alte Dame, mit positiven Resultat:

Am 21.Oktober 20XX führte ich, Thomas Vielhuber, mit Frau J. eine Beobachtungsfahrt durch. Zu Beginn der Fahrt wies ich Frau J. in das Fahrzeug ein. Sie machte sich mit den Bedienungselementen vertraut und stellte sich Sitz und Spiegel ein.

Ich fragte Frau J. nach einigen Metern, ob Sie nicht eine Brille aufsetzten wolle. Sie verneinte und teilte mir mit, dass Sie keine benötigt. Frau J. fuhr sehr ruhig und mit einer sehr guten Fahrzeugbedienung! Im Ortsgebiet kam Sie mit den gestellten Aufgaben, Abbiegen, wechselnde Geschwindigkeit – 30 Zone, 50 km/h, 60 km/h, anpassen der Geschwindigkeit an Verkehrs- und Umgebungssituationen auffallend gut zurecht. Vereinzelt traten leichte Unsicherheiten beim mehrspurigen Abbiegen auf, die aber nicht zu Gefährdungen führten, sondern durch ruhiges, langsames Fahren gemeistert wurden. Es wurden geringe Geschwindigkeitsübertretungen begangen, diese lagen allesamt aber im Verwarnungsbereich, sprich nicht mehr als 20km/h Überschreitungen. Auch bei dichtem Verkehr auf mehrspurigen Fahrbahnen fuhr Frau J. sehr sicher und zeigte in einer Situation ein überdurchschnittliches Reaktionsvermögen! Wir befuhren im Stadtgebiet München die Moosacherstraße auf dem linken Fahrstreifen, als ca. zwei bis drei Meter vor uns ein anderer PKW Fahrer ohne Ankündigung sehr abrupt den Fahrstreifen wechselte. Frau J. reagierte durch Bremsen und leichtem Ausweichen nach links, Richtung Fahrbahnrand und konnte einen Zusammenstoß durch Ihr vorbildliches Verhalten vermeiden. Sie zeigte erst nach 70 Minuten Fahrt einen leichten Abbau Ihrer Konzentration. Dies zeigte sich unter anderem durch schwächere Verkehrsbeobachtung bei Fahrstreifenwechseln.
Auf der Autobahn fiel sehr positiv der große Sicherheitsabstand auf, mit dem Frau J. am Verkehr teilnahm.